Ausbildung Immobilienmakler

Ausbildung Immobilienmakler

Welche Wege es gibt – und welcher für Dich wirklich sinnvoll ist

Wenn Du darüber nachdenkst, Immobilienmakler zu werden, stößt Du sehr schnell auf eine zentrale Frage:

Brauche ich eine Ausbildung, um Immobilienmakler zu werden?

Die kurze Antwort lautet:
👉 Nein – aber ganz ohne Ausbildung solltest Du diesen Beruf nicht starten.

Und genau hier beginnt die Verwirrung.
Denn obwohl der Beruf des Immobilienmaklers in Deutschland nicht geschützt ist, entscheidet Deine Ausbildung – egal in welcher Form – maßgeblich darüber, wie erfolgreich, professionell und langfristig tragfähig Deine Tätigkeit sein wird.

In diesem Artikel zeige ich Dir:

  • welche Ausbildungswege es für Immobilienmakler gibt

  • welche Vor- und Nachteile sie haben

  • was wirklich sinnvoll ist – abhängig von Deinem Ziel

  • und welche Fehler Du unbedingt vermeiden solltest

Wichtiger Hinweis:
Dieser Blog dient ausschließlich der allgemeinen Information und dem Erfahrungsaustausch. Er stellt keine Rechtsberatung und keine Steuerberatung dar. Für rechtliche, steuerliche oder behördliche Fragen wende Dich bitte an einen Steuerberater, Rechtsanwalt oder die zuständige Behörde.


1. Gibt es eine klassische Ausbildung zum Immobilienmakler?

Diese Frage ist absolut berechtigt – und die Antwort überrascht viele:

👉 Nein, es gibt in Deutschland keine staatlich geregelte Berufsausbildung „Immobilienmakler“.

Das bedeutet:

  • kein klassischer Ausbildungsberuf

  • kein Meistertitel

  • keine verpflichtende Abschlussprüfung

Du darfst Dich also Immobilienmakler nennen, sobald Du die rechtlichen Voraussetzungen (z. B. §34c GewO) erfüllst.

Aber genau das ist Fluch und Segen zugleich.


2. Warum fehlende Ausbildung ein echtes Risiko ist

Der Immobilienmarkt ist komplex:

  • rechtlich

  • steuerlich

  • emotional

  • finanziell

Als Makler arbeitest Du mit:

  • hohen Vermögenswerten

  • sensiblen Lebensentscheidungen

  • rechtlichen Rahmenbedingungen

  • Haftungsrisiken

👉 Ohne fundiertes Wissen riskierst Du:

  • Abmahnungen

  • Haftungsfälle

  • Vertrauensverlust

  • schlechte Bewertungen

  • gescheiterte Selbstständigkeit

Deshalb ist die Frage nicht:
„Muss ich eine Ausbildung machen?“
sondern:
„Welche Ausbildung bringt mich wirklich weiter?“


3. Die wichtigsten Ausbildungswege für Immobilienmakler im Überblick

3.1 Ausbildung zum Immobilienkaufmann / zur Immobilienkauffrau (IHK)

Das ist der klassischste Weg in die Immobilienbranche.

Dauer:

  • 3 Jahre (duale Ausbildung)

Inhalte:

  • Immobilienwirtschaft

  • Rechtliche Grundlagen

  • Finanzierung

  • Verwaltung

  • Vertrieb

  • Rechnungswesen

Vorteile:

  • sehr solides Fundament

  • anerkannt

  • ideal für langfristige Karriere

  • gute Basis für spätere Selbstständigkeit

Nachteile:

  • zeitintensiv

  • eher für Schulabgänger

  • weniger Fokus auf Akquise & Vertrieb

👉 Perfekt, wenn Du jung bist oder langfristig tief in die Branche willst.


3.2 Studium im Bereich Immobilienwirtschaft

Ein Studium ist keine Voraussetzung, kann aber ein echter Vorteil sein.

Beispiele:

  • Immobilienwirtschaft

  • Real Estate Management

  • Betriebswirtschaft mit Immobilienfokus

Vorteile:

  • tiefes Fachwissen

  • analytisches Denken

  • Karriereoptionen über den Maklerberuf hinaus

Nachteile:

  • hoher Zeitaufwand

  • oft wenig Praxis

  • nicht zwingend vertriebsorientiert

👉 Ideal für strategisch denkende Menschen mit langfristigen Ambitionen.


3.3 Immobilienmakler IHK – Zertifikatslehrgänge

Sehr beliebt bei Quereinsteigern ist der Immobilienmakler IHK.

Dauer:

  • meist einige Wochen bis Monate (berufsbegleitend)

Inhalte:

  • Grundlagen Immobilienrecht

  • Bewertung

  • Vermarktung

  • Vertragsarten

  • Praxiswissen

Vorteile:

  • anerkanntes Zertifikat

  • überschaubarer Zeitaufwand

  • gute Basis für den Einstieg

Nachteile:

  • ersetzt keine langjährige Praxis

  • Qualität variiert je nach Anbieter

👉 Einer der sinnvollsten Einstiege für Quereinsteiger.


3.4 Private Akademien & Online-Kurse

Der Markt ist groß – und unübersichtlich.

Von bis:

  • hochwertige Fachausbildungen

  • Coaching-Programme

  • Onlinekurse

  • Schnellkurse mit Marketingversprechen

Vorteile:

  • flexibel

  • oft sehr praxisnah

  • teilweise starke Vertriebsfokussierung

Nachteile:

  • große Qualitätsunterschiede

  • nicht alles ist seriös

  • kein einheitlicher Standard

👉 Achte auf:

  • Inhalte

  • Dozenten

  • Praxisbezug

  • echte Erfahrungswerte


4. Lernen in der Praxis: „Training on the Job“

Viele erfolgreiche Immobilienmakler sagen rückblickend:
👉 Die wichtigste Ausbildung war die Praxis.

Möglichkeiten:

  • Anstellung bei einem Maklerunternehmen

  • Einstieg über ein Netzwerk

  • Mentoring

  • Teamarbeit

Vorteile:

  • echte Fälle

  • reale Kunden

  • direkte Umsetzung

  • schnelle Lernkurve

Nachteil:

  • abhängig von Qualität des Umfelds

  • Lernen durch Fehler

👉 Ideal in Kombination mit theoretischer Ausbildung.

Akademie Immobilienmakler
Praxiserfahrung Immobilienmakler

5. Quereinstieg als Immobilienmakler – geht das wirklich?

Ja – und sogar sehr häufig.

Viele Makler kommen aus:

  • Vertrieb

  • Banken

  • Versicherungen

  • Handwerk

  • Gastronomie

  • kaufmännischen Berufen

Warum Quereinsteiger oft erfolgreich sind:

  • Lebenserfahrung

  • Kommunikationsstärke

  • Vertriebserfahrung

  • unternehmerisches Denken

👉 Fachwissen kann man lernen – Haltung und Disziplin nicht.


6. Welche Ausbildung passt zu Dir? (Entscheidungshilfe)

Stell Dir folgende Fragen:

  • Möchte ich angestellt oder selbstständig arbeiten?

  • Will ich schnell starten oder langfristig aufbauen?

  • Habe ich bereits Vertriebserfahrung?

  • Wie viel Zeit kann ich investieren?

  • Wie wichtig ist mir ein offizieller Abschluss?

Grobe Orientierung:

  • Berufseinsteiger: Ausbildung oder Studium

  • Quereinsteiger: IHK-Zertifikat + Praxis

  • Nebenberuflich: kompakte Kurse + Mentoring

  • Langfristige Karriere: Kombination aus allem


7. Weiterbildungspflicht nach MaBV – Ausbildung hört nie auf

Auch nach dem Einstieg gilt:
👉 Lernen ist Pflicht.

Als Immobilienmakler unterliegst Du der Weiterbildungspflicht nach MaBV:

  • 20 Stunden innerhalb von 3 Jahren

  • Nachweispflicht

  • gilt auch für Angestellte

Aber:
👉 Die besten Makler bilden sich weit über das Minimum hinaus weiter.


8. Die größten Fehler bei der Ausbildung von Immobilienmaklern

❌ „Ich lerne unterwegs“
❌ „Das brauche ich alles nicht“
❌ „Der Markt regelt das“
❌ „Ein Kurs reicht“

👉 Immobilienmakler ist heute ein Expertenberuf – kein Nebenjob ohne Know-how.


9. Fazit: Die beste Ausbildung ist eine Kombination

Die perfekte Ausbildung zum Immobilienmakler besteht aus:

  • Grundlagenwissen

  • Praxis

  • Weiterbildung

  • unternehmerischem Denken

Es gibt nicht den einen richtigen Weg, aber es gibt viele falsche Abkürzungen.

Wenn Du bereit bist zu lernen, Dich weiterzuentwickeln und Verantwortung zu übernehmen, dann ist der Einstieg in die Immobilienbranche absolut machbar – auch als Quereinsteiger.