Chancen, Risiken & ehrliche Erfahrungen aus der Praxis
Der Gedanke klingt verlockend:
👉 Immobilienmakler nebenberuflich
👉 flexibel arbeiten
👉 Provisionen verdienen
👉 vielleicht später in die Selbstständigkeit wechseln
Viele Menschen stellen sich genau diese Frage:
„Kann ich Immobilienmakler als zweites Standbein machen?“
Die kurze Antwort lautet:
👉 Ja, das ist möglich.
Die ehrliche Antwort lautet:
👉 Aber nicht für jeden – und nicht ohne klare Strategie.
In diesem Artikel erfährst Du:
ob sich Immobilienmakler als Nebentätigkeit wirklich lohnt
welche Voraussetzungen Du erfüllen musst
wie realistisch Einkommen und Zeitaufwand sind
welche Fehler viele machen
und wann der Wechsel in Vollzeit Sinn ergibt
Wichtiger Hinweis:
Dieser Blog dient ausschließlich der allgemeinen Information und dem Erfahrungsaustausch. Er stellt keine Rechtsberatung und keine Steuerberatung dar. Für rechtliche, steuerliche oder individuelle Fragen wende Dich bitte an einen Steuerberater, Rechtsanwalt oder die zuständige Behörde.
1. Warum so viele über den Nebenberuf Immobilienmakler nachdenken
Die Motivation ist meist eine dieser:
Wunsch nach mehr Einkommen
Unzufriedenheit im aktuellen Job
Interesse an Immobilien
Vorbereitung auf die Selbstständigkeit
langfristiger Karrierewechsel
mehr Freiheit
Der Immobilienmarkt wirkt dabei oft wie ein attraktiver Einstieg:
keine klassische Ausbildungspflicht
provisionsbasierte Einnahmen
flexible Zeiteinteilung (auf den ersten Blick)
👉 Doch genau hier liegt auch die größte Gefahr.
2. Immobilienmakler nebenberuflich – was bedeutet das konkret?
Nebenberuflich bedeutet:
Du hast einen Hauptjob
Immobilienvermittlung läuft zusätzlich
Deine Zeit ist begrenzt
Deine Erreichbarkeit eingeschränkt
Und genau das kollidiert häufig mit den Anforderungen des Maklerberufs:
Eigentümer wollen schnelle Rückmeldungen
Interessenten melden sich tagsüber
Besichtigungen finden oft werktags statt
Banken, Notare & Behörden arbeiten zu Bürozeiten
👉 Immobilienmakler ist kein klassischer Feierabendjob.
3. Rechtliche Voraussetzungen im Nebenberuf
Auch nebenberuflich gelten die gleichen Grundregeln wie hauptberuflich.
Typische Punkte, die Du klären musst:
Zustimmung des Arbeitgebers (falls angestellt)
§34c GewO (bei selbstständiger Tätigkeit)
Gewerbeanmeldung
Versicherungen (z. B. Vermögensschadenhaftpflicht)
Abgrenzung zur Haupttätigkeit
👉 Viele unterschätzen diesen Punkt – und bekommen später Probleme.
4. Wie viel Zeit brauchst Du realistisch?
Eine der wichtigsten Fragen:
Wie viel Zeit kostet Immobilienmakler wirklich?
Pro Objekt solltest Du grob einplanen:
Akquise & Eigentümergespräch
Bewertung & Marktanalyse
Unterlagenbeschaffung
Exposé-Erstellung
Inserate & Anfragen
Besichtigungen
Nachbereitung
Kaufvertragsvorbereitung
Notartermin
👉 Schnell kommen 30–60 Stunden pro Objekt zusammen.
Im Nebenberuf bedeutet das:
Abende
Wochenenden
Urlaubstage
sehr gute Organisation

5. Was kannst Du nebenberuflich verdienen?
Jetzt zur zentralen Frage:
Lohnt sich das finanziell?
Realistische Erwartungen:
1–3 Verkäufe pro Jahr
je nach Region & Objektgröße
Einnahmen: ca. 10.000–30.000 € brutto pro Jahr
Aber:
Einkommen ist unregelmäßig
oft lange Vorlaufzeiten
keine Garantie
👉 Als Zusatzeinkommen kann es sich lohnen –
als sichere Einnahmequelle eher nicht.
6. Vorteile eines nebenberuflichen Einstiegs
Trotz aller Herausforderungen gibt es klare Vorteile:
✅ geringeres finanzielles Risiko
✅ sanfter Einstieg in die Branche
✅ Lernen ohne Existenzdruck
✅ Aufbau von Erfahrung & Kontakten
✅ Test, ob der Beruf wirklich zu Dir passt
👉 Gerade für Quereinsteiger kann das ein sinnvoller erster Schritt sein.
7. Die größten Risiken & Nachteile
❌ Zeitmangel
❌ eingeschränkte Erreichbarkeit
❌ geringere Professionalität
❌ langsamer Markenaufbau
❌ Konkurrenz durch Vollzeitmakler
❌ Frust bei Kunden, wenn Termine schwierig sind
👉 Immobilien sind Vertrauenssache –
und Vertrauen braucht Präsenz.
8. Für wen funktioniert der Nebenberuf besonders gut?
Ein nebenberuflicher Einstieg kann funktionieren, wenn Du:
sehr gut organisiert bist
flexible Arbeitszeiten im Hauptjob hast
ein starkes persönliches Netzwerk besitzt
Dich auf ein kleines Gebiet fokussierst
nicht sofort hohe Einnahmen erwartest
perspektivisch in Vollzeit wechseln willst
👉 Als Übergangsphase ist der Nebenberuf oft ideal.
9. Häufige Fehler nebenberuflicher Immobilienmakler
❌ zu viele Objekte gleichzeitig
❌ keine klare Positionierung
❌ fehlende Erreichbarkeit
❌ keine Rücklagen
❌ fehlendes Marketing
❌ unrealistische Erwartungen
👉 Nebenberuflich heißt nicht halbherzig.
10. Wann solltest Du den Wechsel in Vollzeit wagen?
Typische Anzeichen:
regelmäßige Aufträge
stabile Pipeline
finanzielle Rücklagen
klare Positionierung
funktionierende Prozesse
steigende Nachfrage
👉 Der Wechsel sollte geplant, nicht spontan erfolgen.
11. Alternativen zum klassischen Nebenberuf
Wenn Du Immobilien spannend findest, aber nicht direkt als Makler starten willst:
Zuarbeit für Makler
Akquise-Partnerschaften
Spezialisierung (z. B. Käuferbetreuung)
Netzwerk-Modelle
Projektbezogene Mitarbeit
👉 Auch hier lassen sich Erfahrungen sammeln.
12. Fazit: Lohnt sich Immobilienmakler als zweites Standbein?
Die ehrliche Antwort:
👉 Ja – als Übergang oder Testphase.
👉 Nein – als dauerhafte Halbherzigkeit.
Immobilienmakler ist ein Beruf, der:
Zeit
Präsenz
Engagement
Verantwortung
erfordert.
Wenn Du ihn ernsthaft betreiben willst, kann der nebenberufliche Einstieg ein sinnvoller erster Schritt sein –
aber fast immer mit dem Ziel, irgendwann voll einzusteigen.
Ich habe selbst als nebenberuflicher Immobilienmakler begonnen. Da ich im Gewerbebereich startete, waren meine Kunden auch die meines Hauptjobs – das war easy. Aber ich schloss mich einem Immobiliennetzwerk an, um mein Risiko zu minimieren und die Arbeit auch übertragen zu können. Nun ist mir letztendlich der Sprung in die Selbstständigkeit gelungen. Gerne berate ich Dich bei Deinem Vorhaben! Melde Dich bei mir!





