Was verdient ein Immobilienmakler wirklich?

Was verdient ein Immobilienmakler wirklich?

Zahlen, Beispiele & die ehrliche Realität hinter Provisionen und Einkommen

Kaum eine Frage wird so häufig gestellt wie diese:
„Was verdient ein Immobilienmakler wirklich?“

Vielleicht spielst Du mit dem Gedanken:

  • Immobilienmakler zu werden

  • Dich selbstständig zu machen

  • nebenberuflich einzusteigen

  • oder vom Angestelltenverhältnis in die Selbstständigkeit zu wechseln

Und natürlich möchtest Du wissen, ob sich der Aufwand lohnt, welches Einkommen realistisch ist und ob die oft zitierten „Top-Verdienste“ tatsächlich erreichbar sind.

In diesem Artikel bekommst Du keine Schönfärberei, sondern:

  • konkrete Zahlen

  • echte Beispiele

  • klare Unterschiede zwischen angestellt, selbstständig, Franchise & Netzwerk

  • und vor allem: eine realistische Einordnung

Wichtiger Hinweis:
Dieser Blog stellt keine Rechtsberatung und keine Steuerberatung dar. Alle Zahlen und Beispiele dienen der allgemeinen Information und beruhen auf Erfahrungswerten. Für steuerliche, rechtliche oder individuelle finanzielle Fragen wende Dich bitte an einen Steuerberater, Rechtsanwalt oder eine zuständige Fachstelle.


1. Die kurze Antwort vorweg: Es gibt kein „Makler-Gehalt“

Wenn Du nach „Immobilienmakler Gehalt“ suchst, wirst Du schnell merken:
👉 Ein festes Gehalt gibt es in diesem Beruf nicht – zumindest nicht in der klassischen Form.

Das Einkommen eines Immobilienmaklers hängt unter anderem ab von:

  • Arbeitsmodell (angestellt, selbstständig, Franchise, Netzwerk)

  • Region & Markt

  • Provisionen

  • persönlichem Einsatz

  • Erfahrung

  • Marketing & Akquise

  • Struktur und Systemen

Der Unterschied zwischen zwei Maklern im selben Ort kann mehrere zehntausend Euro pro Jahr betragen.


2. Wie setzt sich das Einkommen eines Immobilienmaklers zusammen?

Grundsätzlich basiert das Einkommen auf Provisionen.

Übliche Provisionen (Kauf):

  • 3,57 % inkl. MwSt. vom Kaufpreis (x2)

  • je nach Immobilie, Markt & Vereinbarung

  • seit der Reform meist hälftig zwischen Käufer und Verkäufer geteilt (Wohnimmobilien)

Beispiel:

  • Kaufpreis: 400.000 €

  • Gesamtprovision: 7,14 % = 28.560 €

  • Anteil pro Seite: 14.280 €

👉 Was davon wirklich bei Dir ankommt, hängt stark von Deinem Modell ab.


3. Was verdient ein angestellter Immobilienmakler?

Viele starten angestellt, um Erfahrung zu sammeln.

Typische Vergütungsmodelle:

  • Fixgehalt + Provision

  • reines Provisionsmodell

  • niedriger Fixbetrag + hohe Erfolgsbeteiligung

Realistische Zahlen:

  • Fixgehalt: 2.000–3.000 € brutto

  • Provision pro Abschluss: 10–30 %

  • Jahresbrutto: ca. 30.000–55.000 €

Vorteile:

  • finanzielle Sicherheit

  • geringeres Risiko

  • strukturierte Einarbeitung

Nachteile:

  • begrenzte Einkommensdecke

  • Abhängigkeit vom Unternehmen

  • weniger unternehmerische Freiheit

👉 Für den Einstieg sinnvoll – langfristig aber oft begrenzt.


4. Was verdient ein selbstständiger Immobilienmakler?

Hier wird es spannend – aber auch anspruchsvoll.

Bruttoeinnahmen:

Ein selbstständiger Makler mit:

  • 8 Verkäufen à 400.000 €

  • Provision gesamt: ca. 28.560 € je Objekt

👉 Jahresumsatz: ca. 228.480 € brutto

Aber Vorsicht:

Von diesem Umsatz gehen ab:

  • Steuern

  • Krankenversicherung

  • Altersvorsorge

  • Marketing

  • Software

  • Fahrzeuge

  • Büro

  • Portale

  • Weiterbildung

Realistisches Netto:

  • Anfänger: 30.000–50.000 €

  • Etablierte Makler: 70.000–120.000 €

  • Top-Makler: 150.000 € +

👉 Der große Hebel ist Konstanz – nicht der einzelne Deal.


5. Franchise, Netzwerk oder allein – wie beeinflusst das Dein Einkommen?

Franchise-Systeme

  • Provisionsabgaben

  • zusätzliche Gebühren

  • starke Marke & Prozesse

👉 Netto meist geringer – dafür geringeres Risiko

Netzwerke

  • moderate Beteiligungen

  • hohe Selbstständigkeit

  • Schulungen & Support

👉 gutes Verhältnis zwischen Freiheit & Sicherheit

Komplett selbstständig

  • keine Abgaben

  • volle Verantwortung

  • maximale Freiheit

👉 höchstes Einkommenspotenzial – aber auch höchstes Risiko

Gehalt Immobilienmakler
Wie hoch ist das Gehalt eines Immobilienmaklers?

6. Regionale Unterschiede: Lage, Lage, Lage

Ein Immobilienmakler in:

  • München

  • Hamburg

  • Düsseldorf

  • Köln

arbeitet mit anderen Kaufpreisen als in ländlichen Regionen.

Aber:

👉 Hohe Preise = nicht automatisch höheres Einkommen

Warum?

  • mehr Konkurrenz

  • längere Vermarktungszeiten

  • höhere Marketingkosten

In kleineren Märkten:

  • geringere Preise

  • weniger Wettbewerb

  • stärkere persönliche Beziehungen

👉 Erfolg ist nicht ortsabhängig, sondern systemabhängig.


7. Nebenberuflich Immobilienmakler – was ist realistisch?

Viele fragen:
„Lohnt sich eine Tätigkeit als Immobilienmakler als zweites Standbein?“

Realistische Erwartungen:

  • 1–3 Verkäufe pro Jahr

  • Zusatzeinkommen: 10.000–30.000 €

  • hoher Zeitaufwand

  • eingeschränkte Erreichbarkeit

👉 Als Nebeneinkommen möglich – als Haupteinnahme meist nicht dauerhaft stabil.

👉 Richtig interessant als ergänzende Selbstständigkeit für Versicherungsmakler, Finanzierer, Hausverwalter und Architekten.


8. Warum scheitern viele Makler finanziell?

Ein heikler, aber wichtiger Punkt.

Häufige Gründe:

  • falsche Erwartungen

  • fehlende Akquise

  • kein Marketingplan

  • fehlende Rücklagen

  • zu hohe Fixkosten

  • keine Spezialisierung

👉 Immobilienmakler ist kein Selbstläufer.


9. Was erfolgreiche Makler finanziell anders machen

Erfolgreiche Immobilienmakler:

  • denken unternehmerisch

  • investieren in Weiterbildung

  • bauen Empfehlungen systematisch auf

  • positionieren sich klar

  • arbeiten mit Systemen

  • denken langfristig

Sie jagen nicht jedem Auftrag hinterher –
sie werden gezielt empfohlen.


10. Fazit: Lohnt sich der Beruf finanziell?

Die ehrliche Antwort:
👉 Ja – wenn Du bereit bist, ihn ernsthaft zu betreiben.

Aber:

  • kein garantiertes Einkommen

  • kein schneller Reichtum

  • keine Abkürzungen

Dafür:

  • überdurchschnittliches Einkommenspotenzial

  • Freiheit

  • persönliche Entwicklung

  • unternehmerische Perspektive

Wenn Du den Beruf wie ein Unternehmen behandelst, kann er sich finanziell sehr lohnen.