Wie werde ich Immobilienmakler?

Wie werde ich Immobilienmakler?

Der komplette Leitfaden von A bis Z für Deinen Einstieg in die Immobilienbranche

Der Beruf des Immobilienmaklers fasziniert viele Menschen: flexible Arbeitszeiten, attraktive Verdienstmöglichkeiten, direkter Kundenkontakt und die Chance, sich selbstständig etwas Eigenes aufzubauen. Gleichzeitig kursieren zahlreiche Mythen, Halbwahrheiten und falsche Erwartungen rund um diesen Beruf.

Vielleicht fragst Du Dich gerade:

  • Wie werde ich Immobilienmakler?

  • Welche Voraussetzungen brauche ich?

  • Brauche ich eine Ausbildung oder ein Studium?

  • Was verdient ein Immobilienmakler wirklich?

  • Lohnt sich der Quereinstieg oder sogar ein Start nebenberuflich?

In diesem umfassenden Leitfaden bekommst Du einen ehrlichen, praxisnahen Überblick, wie Dein Weg in die Immobilienbranche aussehen kann – egal, ob Du angestellt starten, Dich selbstständig machen oder langfristig ein eigenes Maklerbusiness aufbauen möchtest.

Wichtiger Hinweis:
Dieser Blog dient ausschließlich der allgemeinen Information und Erfahrungsaustausch. Er stellt keine Rechtsberatung und keine Steuerberatung dar. Für rechtliche, steuerliche oder behördliche Fragen solltest Du Dich immer an einen Rechtsanwalt, Steuerberater oder die zuständige Behörde wenden.


1. Was macht ein Immobilienmakler eigentlich?

Bevor wir klären, wie Du Immobilienmakler wirst, solltest Du verstehen, was der Beruf wirklich bedeutet – jenseits von Hochglanz-Exposés und schicken Autos.

Ein Immobilienmakler:

  • akquiriert Immobilien (Verkäufer & Vermieter)

  • bewertet Immobilien marktgerecht

  • erstellt Exposés und Inserate

  • organisiert Besichtigungen

  • verhandelt zwischen Eigentümern und Interessenten

  • begleitet Käufer, Mieter und Verkäufer bis zum Notartermin

  • baut langfristige Kundenbeziehungen auf

👉 In Wahrheit bist Du Berater, Verkäufer, Marketingexperte, Problemlöser und Unternehmer zugleich.


2. Welche Voraussetzungen brauche ich, um Immobilienmakler zu werden?

Die gute Nachricht vorweg:
👉 Es gibt in Deutschland keine klassische Ausbildungspflicht, um Immobilienmakler zu werden.

Die weniger gute Nachricht:
👉 Ganz ohne Voraussetzungen geht es trotzdem nicht.

Persönliche Voraussetzungen

Erfolgreiche Immobilienmakler bringen meist mit:

  • Kommunikationsstärke

  • Vertriebsaffinität

  • Durchhaltevermögen

  • Organisationstalent

  • Eigenmotivation

  • Lernbereitschaft

Fachwissen kann man lernen – Haltung, Disziplin und Mindset sind entscheidend.

How to Immobilienmakler - makler werden
How to Immobilienmakler – Makler werden

3. Der wichtigste Schritt: §34c GewO – der Maklerschein

Wenn Du selbstständig als Immobilienmakler arbeiten möchtest, benötigst Du die Erlaubnis nach §34c der Gewerbeordnung (GewO) – oft auch „Maklerschein“ genannt.

Was ist der §34c GewO?

Der §34c GewO ist die gesetzliche Grundlage, um:

  • Immobilien zu vermitteln

  • Kauf- und Mietverträge zu vermitteln

  • gewerblich als Makler tätig zu sein

Voraussetzungen für den §34c GewO

In der Regel verlangt die Behörde:

  • polizeiliches Führungszeugnis

  • Auszug aus dem Gewerbezentralregister

  • geordnete Vermögensverhältnisse

  • Personalausweis oder Reisepass

  • Unbedenklichkeitsbescheinigung

 

💡 Eine fachliche Prüfung ist aktuell nicht vorgeschrieben – was Chancen, aber auch Risiken birgt.


4. Ausbildung Immobilienmakler – welche Wege gibt es?

Auch wenn der Beruf nicht geschützt ist, solltest Du das Thema Ausbildung Immobilienmakler ernst nehmen.

Klassische Wege:

  • IHK-Zertifikate (z. B. Immobilienmakler IHK)

  • Private Akademien

  • Online-Kurse

  • Learning by Doing in einem Maklerunternehmen

  • begleitete Ausbildung in einem Maklernetzwerk

Studium oder Ausbildung?

Ein Studium (z. B. Immobilienwirtschaft) oder eine Ausbildung (z. B. Immobilienkaufmann/-frau) ist kein Muss, aber ein Vorteil – vor allem für:

  • fachliches Fundament

  • langfristige Karriere

  • spätere Spezialisierung

👉 Viele erfolgreiche Makler sind Quereinsteiger.


5. Angestellt oder selbstständig starten?

Eine der wichtigsten Fragen auf Deinem Weg:

Angestellt als Immobilienmakler

Vorteile:

  • Fixgehalt oder Grundsicherung

  • weniger Risiko

  • strukturierte Einarbeitung

Nachteile:

  • begrenzte Provision

  • weniger Freiheit

  • Abhängigkeit vom Unternehmen

Selbstständig als Immobilienmakler

Vorteile:

  • volle Provisionshöhe

  • unternehmerische Freiheit

  • eigene Marke aufbauen

Nachteile:

  • unternehmerisches Risiko

  • Anlaufphase ohne Einkommen

  • Verantwortung für alles

👉 Viele starten angestellt oder im Netzwerk und wechseln später in die volle Selbstständigkeit.


6. Franchise, Netzwerk oder ganz allein?

Beim Start hast Du mehrere Modelle zur Auswahl:

Franchise

  • starke Marke

  • klare Prozesse

  • hohe Kosten & Abhängigkeit

Netzwerk

  • Unterstützung & Schulungen

  • geringere Fixkosten

  • unternehmerische Freiheit

Komplett selbstständig

  • maximale Freiheit

  • maximale Verantwortung & Kosten

  • steilere Lernkurve

👉 Es gibt kein richtig oder falsch – nur das Modell, das zu Dir passt.

Der Beruf des Immobilienmaklers
Der Beruf des Immobilienmaklers

7. Was verdient ein Immobilienmakler?

Eine der meistgesuchten Fragen:
Was verdient ein Immobilienmakler wirklich?

Die ehrliche Antwort:
👉 Es kommt darauf an.

Einflussfaktoren:

  • Region

  • Marktphase

  • Arbeitsmodell

  • Erfahrung

  • Marketing & Akquise

Grobe Orientierung:

  • Einsteiger: 30.000–50.000 € p. a.

  • Etablierte Makler: 70.000–120.000 € p. a.

  • Top-Makler: deutlich darüber

💡 Aber: Einkommen ist nicht garantiert – es ist leistungsabhängig.


8. Nebenberuflich Immobilienmakler – sinnvoll oder riskant?

Viele überlegen, den Einstieg nebenberuflich zu wagen.

Vorteile:

  • geringeres Risiko

  • sanfter Einstieg

  • paralleles Einkommen

Risiken:

  • Zeitmangel

  • eingeschränkte Erreichbarkeit

  • rechtliche Abstimmung mit Arbeitgeber nötig

👉 Als zweites Standbein kann es funktionieren – mit klarer Strategie.


9. Weiterbildungspflicht nach MaBV – das solltest Du wissen

Als Immobilienmakler unterliegst Du der Weiterbildungspflicht nach MaBV.

Aktuell gilt:

  • 20 Stunden Weiterbildung in 3 Jahren

  • auch für angestellte Makler

  • Nachweispflicht bei Kontrollen

Weiterbildung ist nicht nur Pflicht – sondern Überlebensstrategie in einem sich wandelnden Markt.


10. Fazit: Ist Immobilienmakler der richtige Beruf für Dich?

Immobilienmakler zu werden bedeutet:

  • Verantwortung zu übernehmen

  • unternehmerisch zu denken

  • Menschen bei wichtigen Lebensentscheidungen zu begleiten

Es ist kein schneller Reichtum, aber ein Beruf mit:

  • enormen Entwicklungsmöglichkeiten

  • hoher Eigenverantwortung

  • echtem Mehrwert für Kunden

Wenn Du bereit bist zu lernen, dranzubleiben und Dich als Experte zu positionieren, kann dieser Beruf eine der besten Entscheidungen Deines Lebens sein.